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Was ist eigentlich Kaufsucht?

Was ist eigentlich Kaufsucht?

Ausgiebiges und häufiges Einkaufen ist in unserer heutigen Konsumgesellschaft keine Seltenheit und bei weitem nichts Besonderes. Im Gegenteil: Menschen, die viel einkaufen, können sich offensichtlich viel leisten und werden von anderen bewundert. Doch manchmal steckt hinter einem extremen Kaufverhalten kein gut gefüllter Geldbeutel, sondern eine ernsthafte Erkrankung – die Kaufsucht. Betroffene verspüren den ständigen Drang, Waren und Dienstleistungen einzukaufen, auch wenn sie diese gar nicht brauchen oder sie weit über ihren finanziellen Möglichkeiten liegen. Meist stecken dahinter tiefer verwurzelte Probleme, die durch den ständigen Erwerb von Konsumgütern verdrängt werden sollen.

Der Ausgangspunkt ist vielen bekannt: Man betritt das Geschäft und obwohl man genau weiß, was man kaufen wollte, geht man am Ende mit vielen Teilen nachhause, die man eigentlich gar nicht benötigt hätte. Dafür kann es unterschiedliche Gründe geben; ein Preisnachlass, der Teil ist besonders schön, das andere Teil wiederum könnte man perfekt dazu kombinieren und so weiter – der klassische Kaufrausch.

Dieses Kaufverhalten wird in unserer heutigen Konsumgesellschaft durch verschiedene Einflüsse gefordert und gefördert. Wer viel einkauft und immer die aktuellen Trends verfolgt wird nicht verurteilt sondern von anderen bewundert.

Bei Kaufsucht, auch Kaufzwang oder in Fachkreisen Oniomanie genannt, handelt es sich um eine psychische Störung, welche das zwanghafte Kaufen von Ware zur Folge hat. Die Kaufsucht wird zu den Zwangs- oder Impulskontrollstörungen gezählt. Betroffene sind süchtig nach dem Kauf und können ihr Verhalten nicht mehr kontrollieren oder regulieren. Es wird immer wieder neue Ware gekauft.

Kaufsüchtige fühlen sich demnach dazu gezwungen, Dinge zu erwerben, auch wenn sie diese nicht benötigen. Dies geschieht wiederholt, in einer impulsiven Art und in zunehmend exzessivem Ausmaß. Ab einem gewissen Stadium steht also nicht mehr das gekaufte Produkt im Vordergrund, sondern der Kaufakt selbst. Der Prozess des Kaufens befriedigt den Drang, den Kaufsüchtige verspüren und birgt ein Gefühl der Entlastung und Entspannung. Dahinter stecken in der Regel schwerwiegende Probleme verschiedenster Art. Durch das Kaufen von Waren erfährt der Betroffene zunächst ein gewisses Hochgefühl, das mit dem Fortschreiten der Krankheit jedoch immer kürzer währt.

Die Ursachen für die Kaufsucht sind so verschieden wie die Patienten selbst. Häufig handelt es sich um eine Verkettung ganz unterschiedlicher zwischenmenschlicher Erlebnisse, die im Laufe des Lebens gemacht wurden. In vielen Fällen liegen tiefer verwurzelte Probleme zugrunde, die sich bei Betroffenen im maßlosen Kaufen von Waren und Dienstleistungen äußert. Oft sind es aber auch besondere Schlüsselereignisse wie persönliche Schicksalsschläge, die Menschen aus der Bahn werfen und in eine Kaufsucht treiben. Was alle Patienten vereint, sind belastende Gedanken und Gefühle, Enttäuschung oder Einsamkeit, die durch den Erwerb von Konsumgütern verdrängt werden sollen.

Eine Kaufsucht bleibt meist lange Zeit unentdeckt, schließlich gehört der Warenkonsum zum Alltag eines jeden Menschen. Für Leidtragende allerdings wird die Sucht schnell zum Martyrium.

In der Regel geht die Kaufsucht mit einem großen Schamgefühl der Betroffenen einher. Wenn das Glücksgefühl des Einkaufens verebbt, schleicht sich meist ein Gefühl von Schuld und Reue ein. Zudem wächst in den Betroffenen auch immer die Angst, dass nahestehende Personen von ihrem Problem erfahren könnten. Dies führt häufig zu einem sozialen Rückzug, Stress und nicht selten auch zu Depressionen.

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